SAR-Vergleich: Welche Handys strahlen am meisten und am wenigsten?
TOCA · WISSEN
Von TOCA Redaktion · 2026 · 6 Min. Lesezeit
Die SAR-Werte aktueller Smartphones unterscheiden sich stärker, als viele denken. Zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert liegt mehr als das Zehnfache. Dieser Artikel zeigt, welche Geräte wo stehen, was die Zahlen bedeuten und warum ein niedriger Wert allein noch nicht alles ist.
Was der SAR-Wert kurz erklärt
Der SAR-Wert gibt an, wie viel elektromagnetische Energie der Körper bei der Nutzung eines Handys aufnimmt, gemessen in Watt pro Kilogramm. Je niedriger der Wert, desto geringer die maximale Sendeleistung, die im Test gemessen wurde. Was der Wert genau aussagt und unter welchen Bedingungen er ermittelt wird, erklären wir ausführlich in unserem Artikel dazu, was Ihr Hersteller wirklich empfiehlt. Den Wert Ihres eigenen Modells können Sie direkt in unserem SAR-Checker nachschlagen.
Die Bandbreite: von strahlungsarm bis nah am Grenzwert
In der Europäischen Union gilt ein gesetzlicher Höchstwert von 2 Watt pro Kilogramm für Kopf und Rumpf. Jedes legal verkaufte Smartphone unterschreitet diesen Wert. Innerhalb dieser Grenze ist die Spannbreite jedoch groß.
Als grobe Orientierung gilt: Ein Wert bis 0,6 Watt pro Kilogramm gilt als strahlungsarm, das ist auch das Kriterium für den Blauen Engel. Werte zwischen 0,6 und 1,0 sind solide, und alles bis 2,0 bleibt innerhalb der zulässigen Grenzen. Das Bundesamt für Strahlenschutz führt dazu eine Datenbank mit den Werten von über 4.000 Geräten.
„Jedes legal verkaufte Handy bleibt unter dem Grenzwert. Trotzdem liegt zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Wert mehr als das Zehnfache."

Aktuelle Modelle im Vergleich
Ein aktueller Blick zeigt ein überraschendes Muster: Moderne Flaggschiffe liegen oft im oberen Bereich. Das iPhone 17 wird mit rund 1,49 Watt pro Kilogramm angegeben, das Samsung Galaxy Z Fold7 mit etwa 1,48 und das Galaxy S25 mit rund 1,29 bei der Kopf-SAR. Deutlich niedriger liegen Modelle wie das Fairphone 6, Samsungs A-Serie mit dem Galaxy A36 und A17 sowie das Galaxy Z Flip7.
| Modell | SAR-Wert (Kopf) | Einordnung |
|---|---|---|
| Fairphone 6 | 0,49 W/kg | strahlungsarm |
| Samsung Galaxy A36 | 0,53 W/kg | strahlungsarm |
| Samsung Galaxy A17 | 0,67 W/kg | solide |
| Motorola Edge 60 Fusion | 0,95 W/kg | solide |
| Samsung Galaxy S25 | 1,29 W/kg | oberer Bereich |
| Samsung Galaxy Z Fold7 | 1,48 W/kg | oberer Bereich |
| Apple iPhone 17 | 1,49 W/kg | oberer Bereich |
Kopf-SAR-Werte aus Herstellerangaben und der BfS-Datenbank. Alle Modelle bleiben unter dem Grenzwert von 2,0 W/kg.
Auffällig ist: Neuere Geräte haben tendenziell höhere SAR-Werte als viele ältere Modelle. Das Bundesamt für Strahlenschutz erklärt das unter anderem mit einem einheitlich kleineren Prüfabstand seit 2016 und mit der größeren Zahl an Funktechniken in modernen Geräten. Zum Vergleich: Ältere strahlungsarme Modelle wie das Samsung Galaxy Note 10+ lagen bei etwa 0,19 Watt pro Kilogramm. Alle genannten Geräte bleiben deutlich unter dem Grenzwert von 2,0.
Diese Zahlen stammen aus Herstellerangaben und der BfS-Datenbank und beziehen sich meist auf die Kopf-SAR. Sie ändern sich mit jeder Gerätegeneration, weshalb der Wert Ihres konkreten Modells der verlässlichere Maßstab bleibt.
Warum ein niedriger SAR-Wert nicht alles ist
Der SAR-Wert ist eine Momentaufnahme unter Laborbedingungen. Er wird bei maximaler Sendeleistung und mit einem festgelegten Abstand gemessen und bildet nicht Ihren Alltag ab. Zwei Punkte sind wichtig.
Kopf und Körper sind nicht dasselbe. Die meisten veröffentlichten Ranglisten zeigen die Kopf-SAR. Für das Tragen am Körper gelten eigene Messwerte, die bei neueren Geräten wegen des geringeren Prüfabstands teilweise höher ausfallen. Beim Galaxy S25 etwa liegt die Kopf-SAR bei rund 1,29, die Körper-SAR bei rund 1,36 Watt pro Kilogramm.
Die Trageweise zählt mehr als die Zahl. Ein Gerät mit niedrigem SAR-Wert, das dauerhaft direkt am Körper getragen wird, kann eine höhere körpernahe Belastung verursachen als ein Gerät mit höherem Wert, das auf Abstand gehalten wird. Der SAR-Wert beschreibt das Gerät, nicht Ihre Gewohnheit.

„Der SAR-Wert beschreibt das Gerät. Wie Sie es tragen, entscheidet über die tatsächliche Belastung."
So prüfen Sie Ihren SAR-Wert und senken die Belastung
Den SAR-Wert Ihres Modells finden Sie in der Datenbank des Bundesamts für Strahlenschutz unter bfs.de/sar oder direkt in unserem SAR-Checker, der die Werte übersichtlich aufbereitet.
Unabhängig vom Modell lässt sich die Belastung senken. Die einfachste Maßnahme ist Abstand. Wer das Gerät nah am Körper trägt und dabei die körperseitige Belastung reduzieren möchte, kann eine richtungsgebundene Abschirmung wie die TOCA Shield Pouch nutzen, die eine Seite abschirmt und das Gerät erreichbar lässt. Wer das Handy zeitweise vollständig offline nehmen möchte, greift zur No Signal Sleeve mit DEKRA-geprüftem Abschirmtextil.
„Ein niedriger SAR-Wert ist ein guter Start. Abstand und Abschirmung wirken zusätzlich, unabhängig vom Modell."

Häufige Fragen
Welche Handys strahlen am wenigsten?
Aktuell zählen Modelle wie das Fairphone 6 (rund 0,49 W/kg), das Samsung Galaxy A36 (rund 0,53) und A17 sowie das Galaxy Z Flip7 zu den strahlungsärmeren Geräten. Da sich die Modelle laufend ändern, lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Wert Ihres Geräts.
Was ist ein guter SAR-Wert?
Ein Wert bis 0,6 Watt pro Kilogramm gilt als strahlungsarm und erfüllt das Kriterium für den Blauen Engel. Bis 2,0 bleibt jedes Gerät innerhalb der gesetzlichen Grenze.
Ist ein hoher SAR-Wert gefährlich?
Alle in der EU verkauften Geräte unterschreiten den Grenzwert, bei dem gesundheitliche Wirkungen ausgeschlossen werden sollen. Aus Vorsorge empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz, vermeidbare Belastung zu reduzieren.
Wo finde ich den SAR-Wert meines Handys?
In der Bedienungsanleitung, in der BfS-Datenbank unter bfs.de/sar oder in unserem SAR-Checker.
Der SAR-Wert ist ein sinnvoller Anhaltspunkt beim Handykauf, aber nur ein Teil des Bildes. Wie Sie Ihr Gerät tragen, entscheidet über die tatsächliche körpernahe Belastung. Prüfen Sie Ihren Wert und reduzieren Sie den Rest mit Abstand und Abschirmung. TOCA SAR-Checker öffnen.